Die Uni ist gehört uns!
Studierende besetzen im Rahmen des Bundesweiten Bildungsstreik 2009 die
Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Im Anschluss an ein Konzert auf dem Ernst-Abbe-Platz wurden am 15.06. um 22:00 Uhr durch Studierende und andere Bildungsstreik-AktivistInnen drei Räume der Universität Jena besetzt. Die Aktion reiht sich in den bundesweiten Bildungsstreik ein, in dessen Rahmen an verschiedenen Hochschulen Besetzungen stattfinden. „Mit der Besetzung will ich auf die schlechten Studienbedingungen und den zunehmenden Druck aufmerksam machen, der auf den Studierenden lastet“, so eine der Besetzerinnen. Bildungsstreik und Besetzung sind Aktionsformen, die sich bewusst an die Formen des Arbeitskampfes anlehnen, der auch immer einen Bildungs- und Freiraumaspekt umfasst. Gerade der Streikbegriff soll politische Inhalte transportieren und die Beteiligten aus gewohnten Verwertungs- und Reproduktionszusammenhängen lösen. Die Besetzung soll Freiräume für alternative und demokratische Bildung schaffen. Deswegen werden in den besetzen Räumen in der Bildungsstreikwoche vom 15.-19.06. Workshops, Vorlesungen und Theater stattfinden. Zudem entsteht hier Raum für Diskussionen über die Verbesserung des Bildungssystems. Die zu diskutierenden Forderungen beschränken sich nicht auf die Hochschulen, sondern beziehen sich auf das ganze Bildungssystem von der Kita bis zur Uni und auf alle Lebensalter. Die BesetzerInnen laden alle Interessierten, insbesondere auch die Lehrenden, ein, vorbei zu kommen und mit zu diskutieren.
Die BesetzerInnen werden sich auch mit der zunehmenden Kommerzialisierung von Bildung, verbunden mit dem Abbau demokratischer Beteiligungsrechte und der Bildungsfinanzierung durch private Akteure beschäftigen. Einer der Besetzer fasst seine Motivation zusammen: „In der Uni sieht man an vielen Räumen ein Lichtgedankenschild. Hier kaufen sich Privatunternehmen in die Uni ein. Das beeinflußt unsere Bildung und verändert sie, so dass sie vor allem ökonomischen Aspekten folgt. Gleichzeitig zieht sich der Staat aus der Verantwortung immer mehr zurück. Was bleibt ist ein verschultes und
fremd bestimmtes Studium an einer schlecht staatlich-ausfinanzierten Uni. Darum holen wir uns UNSERE Uni zurück!“
Die BesetzerInnen gehen davon aus, dass sie noch längere Zeit an der Uni bleiben werden. Zur Zeit erarbeiten sie ein orderungspapier, dass in den kommenden Tagen an die Hochschule, aber auch das Land Thüringen gerichtet werden soll.
Projektgruppe Bildungsstreik Jena
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